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  • Katja Allner

Newsletterreihe Demenz

Teil 1

Verändertes Ess- und Trinkverhalten bei Menschen mit Demenz


Demenz – sobald diese Diagnose im Raum steht, verändert sich alles. Viele Menschen haben Angst, irgendwann in ihrem Leben diese Diagnose gestellt zu bekommen. Je älter wir werden, desto wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns abnimmt. In Deutschland leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit einer Demenz und da unsere Gesellschaft immer älter wird, wird diese Zahl in den kommenden Jahren stetig steigen. Bisher gibt es trotz intensivster Forschung kein Medikament, das diese Erkrankung heilen kann. Umso wichtiger sind die kleinen Schritte, die viele von uns zur Unterstützung von Menschen mit Demenz machen können. Daher starte ich eine neue Newsletterreihe zu verschiedenen Aspekten der Demenz, bei der Betroffene, Zugehörige und Interessierte eingeladen sind, mir gern Rückmeldungen zu geben. Was sind Ihre Erfahrungen? Was für Aspekte rund ums Thema Demenz sind interessant? Wo sind Sie vielleicht auch anderer Meinung?


Gestartet wird mit dem Thema Ernährung, da mir das bei älteren Menschen ohnehin am Herzen liegt. Veränderungen im Ess- und Trinkverhalten von Menschen mit Demenz werden oft zur Herausforderung für die Umgebung. Aufgrund der Veränderungen im Gehirn kommt es zu verschiedenen Einschränkungen und Störungen, welche mit verschiedenen Strategien bewältigt werden können. Oft gilt es Mangelernährung und zu geringen Trinkmengen entgegen zu wirken. Hierzu sollte die individuelle Biographie im Vordergrund stehen, also was hat der Betroffene früher immer gern gegessen und getrunken.

Oft wird süß und fettig gut akzeptiert. Der süße Geschmacks-sinn ist der erst, den wir im Leben entwickeln, und der Letzte, der bleibt.


Essen und Trinken konfrontiert Menschen mit Demenz mit ihren schwindenden Fähigkeiten, was zu Stress, Angst und Scham führen kann. Zu Beginn der Erkrankung wird eventuell noch besonders viel Wert auf Etikette und korrektes Verhalten gelegt. Wenn das nicht mehr gelingt, kann die Stimmung kippen und es kommt zu aggressivem oder unruhigem Verhalten. Unruhe ist zudem ein häufiges Begleitsymptom von Demenz. Das kann so weit gehen, dass jemand nicht mehr am Tisch sitzen bleiben kann und ständig herumläuft („Eat by walking“ z. B. Brötchen oder Obst anbieten, dass auch beim Herumlaufen gegessen werden kann). Durch diese ständige körperliche Bewegung kann der Kalorienbedarf auf bis zu 3500 kcal/Tag ansteigen. Wenn die Umgebung gelassen bleibt, hilft es den Betroffenen am Meisten.


Gekennzeichnet sind Demenzen (es gibt verschiedene Formen von Demenz) durch Gedächtnis- und Merkfähigkeitsstörungen. Da wundert es nicht, dass Betroffene manchmal nicht mehr wissen, ob sie etwas gegessen haben, was es war und welche Mahlzeit nun folgen sollte. Auch das Zubereiten von Speisen ist nicht mehr so einfach, wenn man weder die Reihenfolge der Zubereitungsschritte, noch die notwendigen Bestandteile erinnert. An diesem Punkt kann es sogar gefährlich werden, wenn z. B. die Kartoffeln ohne Wasser auf dem Herd landen. Neben einer zeitlichen Desorientierung haben Menschen mit Demenz auch oft eine veränderte Tag-Nacht-Rhythmik, sind also nachts wach und am Tag müde. Durch die veränderte Tagesstruktur ist es für Angehörige manchmal schwer, einzuschätzen, wann etwas gegessen wurde und es bedarf etwas Detektivarbeit.

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